"Tokyo ESP" Band 1
TOKYOPOP bringt 2. Titel des "Ga-rei" Mangaka. Wir haben uns die Geschichte um die eigentlich normale Schülerin Rinka genauer angeschaut.
Ein sich Häuserschluchten hinauf und durch Wände hindurch flatulierender Held ist die Grundlage dieses Manga... wäre es zumindest gewesen hätte Autor und Zeichner Hajime Segawa seine ursprüngliche Idee umsetzen dürfen. Dies wäre mit Sicherheit bestimmt auch sehr lustig gewesen aber ganz bestimmt nicht halb so spannend wie "Tokyo ESP".
Rinka Urushiba ist eigentlich eine ganz normale Highschool Schülerin die zusammen mit ihrem Vater, einem ehemaligen Polizeibeamte, in einer kleinen Wohnung in Tokyo lebt. In eben dieser wacht sie in ihrer Schuluniform, am Morgen nach eines ereignisreichen Abends, auf und durchquert sogleich nur noch mit Unterwäsche bekleidet den Boden und ladet direkt auf dem Tisch des Mieters unter ihrer Wohnung – der verständlicher weise irritiert aber nicht ganz unangetan von dem sich bietenden Anblick ist. Nachdem sie sich gefangen hat flüchtet sie aus der Wohnung die Treppe hoch um ihren Vater anzurufen doch sie kann gerade so das Telefon halten um zu wählen dann entgleitet es ihr auch schon aus der Hand. Kurz bevor sie ein zweites mal durch den Boden sinken kann kommt ihr ein unbekannter zur Hilfe. Nach kurzem überlegen erinnert sie sich wieder an das was tags zuvor geschehen ist, sie war einem fliegenden Pinguin auf den Fersen und kam dabei an den neuen Tokyo Tower der von unzähligen fliegenden glänzenden Fischen umringt war. Und genau dort traf sie ihn zum ersten mal: Kyoutarou Azuma. Im nächsten Moment fliegen mehrere dieser fliegenden Fische durch Rinka hindurch woraufhin sie ohnmächtig und von Kyoutarou nach Hause gebracht wird. Rinka will das mit ihren neuen Kräften nicht so recht wahrhaben und macht sich sogleich auf dem Weg zum Arzt doch sie kommt nicht weit...
TOKYOPOP bringt den rund 400 Seiten starken und 9 Kapitel umfassenden ersten Band, der in Japan noch laufenden Serie, im TOKYOPOP typischen größeren Format (u.a. "Dance in the Vampire Bund" und "Elfen Lied") , für günstige 14,00 Euro, hierzulande in die Läden. Hajime Segawa, bekannt durch das ebenfalls bei TOKYOPOP veröffentlichten aber bereits in Japan abgeschlossene "Ga-rei", setzt bei "Tokyo ESP" auf eine sehr krasse Mischung zwischen ernst gehaltenen Kämpfen, einer Prise Slice of Life sowie ganz ganz viel Slapstick – vergeht doch kaum ein Panel in dem Rinka nicht dreinschaut als hätte sie gerade etwas schier unglaubliches gesehen. Während es in den Actionreichen Kampfszenen von Soundwords nur so strotzt sind sie in den übrigen Szenen recht sparsam eingesetzt. Dafür sind die Hintergründe, die in den Kämpfen oft zu kurz kommen, in den Story erzählenden Abschnitten deutlich detaillierter sowie besser ausgearbeitet und nett anzuschauen. Nett zuschauen ist im übrigen auch die "Heldin" Rinka von der, nur um das erwähnt zu haben, man zwar durch aus aus sehr viel Haut zusehen bekommt, insbesondere in Form ihrer langen Beine, jedoch keinen zwischen geschobenen Panty-Shot. Wirklich sehr gelungen sind die eingebauten Anspielungen wie z.b. Mitglieder einer Mystery-Forschungs AG die frappierende Ähnlichkeit mit den "Ghost Busters" haben. Leider macht die Story ab ungefähr der Hälfte einen leichten Knick und reitet recht stark auf Klischees herum und auch die ständigen Slapstickeinlagen reißen einen immer wieder aus der Atmosphäre raus.
An der von Yuko Keller angefertigten Übersetzung ist von unserer Seite aus nichts auszusetzen, genauso wie an der Restlichen Umsetzung. Der Band kommt, neu gekauft, eingeschweißt in einer Folie daher. Wird vom Verlag als Mystery eingestuft und ist mit einer Altersempfehlung 15+ versehen. Auf dem Cover sieht man, wie im Original, die weißhaarige Rinka und ihren wertvollsten Besitz, ihr Fahrrad, sowie den Pinguin Peggie. Die vorhandenen Farbseiten sind wie immer gedruckt wie ganz normale Seiten und bilden immer jeweils den ersten Teil der Geschichte sowie ein paar Artworks ab.
FAZIT:
Auch wenn dies erst der zweite Titel des Mangaka ist kann Herr Segawa besonders in der ersten Hälfte eine spannende und atmosphärische Story aufbauen die in der zweiten Hälfte leider etwas nachlässt. Wir können allerdings trotz dieses winzigen Makels allen die auf Superkräfte nach japanischer Art und noch dazu auf weibliche Helden stehen sowie zudem mit dem großen Format klar kommen diesen Titel uneingeschränkt zum Konsum empfehlen.
Ihr wollt einmal Probelesen? Kein Problem! Denn TOKYOPOP bietet auf seiner Website die Möglichkeit einige Seiten aus "Tokyo ESP" kostenlos online zu lesen.
Band zwei von "Tokyo ESP" wird indes wahrscheinlich noch im August diesen Jahres erscheinen.
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"Tokyo ESP" Band 1
© 2010 Hajime SEGAWA / KADOKAWA SHOTEN Co., Ltd., Tokyo
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