"Madoka Magica" Vol. 01 (DVD)
Universum bringt SHAFTs Interpretation des Magical Girl-Genre nach Deutschland. Bei uns im Test: Das erste von insgesamt drei Volumes.
Ein Traum, ein kämpfendes Mahō Shōjo und ein Katzenähnliches stets grinsendes Etwas namens Kyuubey das Madoka das Angebot macht mit ihm einen Vertrag zu schließen um so selber zum Magical-Girl zu werden - also ein Mädchen mit Zauberkräften. Doch bevor Madoka ihm antworten kann wacht sie auf. Das Opening setzt ein welches sogleich zeigt das Madoka Kaname im Grunde der typische Held einer Geschichte ist: Sie kann eigentlich nichts und nicht mal das besonders gut, ist aber ganz offensichtlich dennoch eben jene die die Welt retten muss. Das Opening stimmt visuell sehr passend, zusammen mit dem Song "Connect" von ClariS, auf den Beginn einer neuen Episode ein. Nach dem Frühstück macht sich Madoka wie jeden Morgen auf, ihre Freundinnen zu treffen um mit ihnen zusammen zur Schule zu gehen. Dort muss Madoka dann feststellen das das Mädchen aus ihrem Traum ihre neue Mitschülerin Homura Akemi ist. Nach der Schule trifft Madoka, die gerade mit ihrer Freundin Sayaka Miki in einem Musikladen ist, angelockt von telepathischen Hilferufen, wieder auf das magische Wesen Kyuubey. Dieser wird von Homura verfolgt und hat einige Verletzungen erlitten. Als sie versucht ihm zu helfen schlittert sie zusammen mit ihrer Freundin immer weiter in eine Parallelwelt in der die Magical-Girls gegen Hexen kämpfen. Gerade noch rechtzeitig kommt ihnen Mami Tomoe zu Hilfe. Wieder bei Kräften bittet Kyuubey die beiden Mädchen mit ihm einen Vertrag zu schließen, damit auch sie magische Kräfte erlangen - doch wollen die beiden das überhaupt?
Das Ending in den ersten beiden Episoden ist eher knuffig gehalten und mit Madokas Charakter-Song Mata Ashita von Aoi Yuuki hinterlegt. In den beiden folgenden Episoden, bis zur achten, kommt ein neues besser zur aktuellen Entwicklung passendes zum Einsatz (Song: Magia gesungen von der Band Kalafina).

Universum ANIME veröffentlicht nach "Dance in the Vampire Bund" (Nipponart) hierzulande den zweiten Titel mit dem typischen SHAFT-Feeling (u.a. "Bakemonogatari" und "Natsu no Arashi!") - der bei den Fans dessen sehr beliebt und von vielen anderen sehr gehasst ist. SHAFT hat mit diesem Orignal-Anime, d.h. es gibt keine Vorlage, vielleicht nicht das Gerne der Magical-Girls neu erfunden aber mit Sicherheit die Zielgruppe für Anime dieser Art vollkommen neu definiert, denn hat man in den ersten beiden Episoden noch den Eindruck das es ja eigentlich ganz niedlich werden könnte, ist es damit spätestens ab der dritten Episode je zu Ende. "Puella Magi Madoka Magica" zielt im Gegensatz zu bekannten Genre Vertretern wie "Sailor Moon" oder "Card Captor Sakura" nämlich keinesfalls auf eine Zielgruppe der Mädchen unter 14 Jahren ab.
Wer eine Serie mit süßen Mädchen und niedlichen Uniformen erwartet wird genau das bekommen - zumindest zu Anfang. SHAFT hat hier etwas geschaffen was zwar an der ein oder anderen Stelle gewohnt sparsam animiert oder ausgestaltet ist aber trotz alledem es immer noch schafft den Zuschauer zu überzeugen beziehungsweise derart abzulenken das das gar nicht so sehr ins Auge fällt. Stichwort Aussehen: Universum ANIME konnte sich zwar leider nicht zu einer Veröffentlichung auf Blu-ray durchringen hat dafür aber der DVD-Version eine ansehnliche Qualität verschafft - Upscaling und genügend Abstand zum Bildschirm vorausgesetzt. Mit rund 6 Mbit/s kann die Umsetzung durchaus überzeugen, zeigt bislang keine Zwischenbilder und wirkt nur ab und an, besonders bei Fernaufnahmen, leicht verwaschen.

Der Ton liegt auf deutsch in Dolby Digital 5.1 und auf japanisch in Dolby Digital 2.0 vor. Wie bei zuvor bei "Angel Beasts" hat man auch hier wieder eine Synchronisation geschaffen, die fast durchweg angenehm zu hören ist. Mit Lydia Morgenstern (u.a. Akane Suzumiya in "Die Ewigkeit, die du dir wünschst") hat die EuroSync GmbH aus Berlin, die mit der Synchronisation betraut wurde, für Madoka Kaname eine Stimme gefunden die gut zum Charakter passt und im Gegensatz zum Original etwas kräftiger aber auch etwas weniger niedlich klingt. Bei Sayaka Miki hat man mit Esra Vural (u.a. Benitsubasa in "Sekirei/Sekirei: Pure Engagement") zwar eine passende aber nicht optimale Besetzung gewählt. Im Original wirkt die Stimme noch etwas sorgloser und mädchenhafter als es im deutschen der Fall ist. Homura Aeki, gesprochen von Kaya Möller (u.a. Hatchin in "Michigo & Hatchin" und Alice McKee in "Blood - The last Vampire"), hingegen hat ähnlich wie im Original eine ruhige gelassene Stimme die zu dem Charakter gut passt. Mami Tomoe, gesprochen durch Julia Meynen (u.a. Ayumi Yoshida in den "Detektiv Conan"-Filmen und Yui Hirasawa in "K-ON!"), wiederum wirkt in der deutschen Fassung zwar etwas schroffer als im Original, passt so aber besser zu dem Eindruck der dem Zuschauer vermittelt werden soll. Einzig Kyuubey (Rubina Kuraoka, u.a. Mokona in "Tsubasa Chronicle/xxxHOLiC" und Nana in "Elfen Lied") wirkt leider etwas deplatziert, in Anbetracht dessen das im Original Kyuubey auch sowohl äußerlich als auch stimmlich heraussticht kann das aber gewollt sein um zu zeigen, das er ganz gewiss keine niedliche Schmusekatze ist.

Die DVD selber kommt in einer leicht milchigen aber transparenten Amaray Hülle daher - das Cover ist wendbar so das das "FSK ab 12"-Zeichen nach Innen verschwindet. Beim Cover selber hat sich Universum an das japanischen Original gehalten, lediglich der Schriftzug ist nach oben gewandert so das man bei uns noch Madokas Schue sehen kann. Auf der Rückseite befinden sich drei Bilder aus der Serie, wovon zumindest eines durchaus unglücklich gewählt ist - wird doch ein wenig der Story vorweggenommen. Darunter eine kurzer Abriss der Story sowie die technischen Details. Leider enthält die Story Beschreibung einen Inhaltlichen Fehler, Madoka wird nicht durch ihren Bruder geweckt, der aber nicht weiter ins Gewicht fallen dürfte. Auf dem Silberling selber liegen neben den ersten vier Episoden noch Extras wie ein Audiokommentar der japanischen Synchronsprecher Aoi Yuuki (Madoka) und Chiwa Saito (Homura), ein Textloses Opening sowie ein paar Trailer für andere Titel bei. Diese recht spartanische Ausstattung schlägt sich auf im Preis nieder: Die UVP liegt bei 19,95€, es gibt aber auch durchaus Angebote unter UVP. Das Menü ist ansprechend gestaltet, gut dosiert animiert und mit einem Teil des Opening Songs hinterlegt. Es kann zwischen "Alle Abspielen", "Episodenauswahl", "Einstellungen" und "Extras" gewählt werden - die Untermenüs kommen wie üblich ohne Musikuntermalung daher. Der Ton als auch die Untertitel lassen sich während des abspielens frei wechseln, es muss nicht ins Menü gesprungen und neu gestartet werden. Die Untertitel, für alle OmU-Fans, liegen in weißen Schrift mit schwarzem Rand vor. Es handelt sich hierbei nicht um so genannte Dubtitels.

Ähnlich wie bei "Angel Beats" liegen allen drei Volumes wieder ein Sammel-Flyer bei, hat man drei gesammelt kann man diese an Universum schicken und bekommt ohne Zusatzkosten einen "Madoka Magica" Sammelschuber zugeschickt. Bei "Angel Beats" war das einer zum selber zusammenfalten der nichts desto trotz stabil und gut verarbeitet war.
FAZIT:
Für Fans von SHAFT-Serien können wir hier eine unbedingte Kaufempfehlung abgeben, wenn gleich auch leichte Einbussen bei der Bild-Qualität hinzunehmen sind. Magical-Girls Fans sollten sich überlegen, ob sie auch mal eine etwas andere, düstere, Interpretation dieses Genres sehen möchten - können dann aber beherzt zugreifen. Uns hat die Überdurchschnittliche Umsetzung der DVD sowie der Synchronisation jedenfalls gefallen – und bei ca. 20 Euro kann man nicht viel verkehrt machen.
Volume zwei von "Madoka Magica" wird noch im April diesen Jahres erscheinen.
Wir bedanken uns bei Universum ANIME für die kostenlose Bereitstellung des Review-Materials.
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"Madoka Magica" Volume 1 (DVD)
© Magica Quartet / Aniplex · Madoka Partners · MBS
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