"Blue Exorcist" Band 1 & 2
Als Sohn Satans hat es Rin nicht leicht, vor allem mit seinem Vorhaben Exorzist zu werden, um Satan persönlich einen Denkzettel zu verpassen.
"Blue Exorcist", im original "Ao no Exorcist", ist ein Action-Shōnen mit Fantasy-Einfluss von Kazue Katō, der in Japan seit April 2009 in Shūeishas Jump Comics SQ-Magazin läuft, bislang sieben Sammelbände umfasst und seit März 2012 bei Deutschlands neustem Manga-Label, Kazé Manga, erhältlich ist. Unbekannt ist der Publisher trotzdem auch hierzulande nicht, veröffentlichen dieser doch schon länger Anime erfolgreich auf DVD und Blu-ray und wagt nun den Sprung ins Manga-Geschäft. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass "Blue Exorcist" es ins Start-Line-up geschafft hat, da die 25-teilige Studio A-1 Pictures (u.a. "Fairy Tail") Anime-Adaption voraussichtlich im Sommer 2012 bei Kazé Anime in Deutschland erscheint.
Ob "Blue Exorcist" eine gute Wahl war, lässt sich schnell herausfinden, wenn wir uns den Titel mal etwas genauer anschauen. Beginnend mit der Story, muss man sagen, dass es sich ziemlich simpel hält. Im Kern geht es darum, dass Okumura Rin Exorzist werden will, um seinen Vater, Satan, besiegen zu können und natürlich auch um selber stark zu werden, so dass niemand ihn mehr beschützen muss. Doch wir wollen die Sache langsam angehen.
Der Leser lernt Okumura Rin als Taugenichts kennen, der nach der Mittelschule versucht eine Ausbildung zu finden, anstelle auf die Oberschule zu gehen, was sich aber als schwierig gestaltet, weil er ständig in Streitereien und Prügeleien gerät. Er lebt gemeinsam mit seinem zweieiigen Zwillingsbruder Yukio bei dem Exorzisten Vater Fujimoto, der ihn menschlich aufziehen wollte und ihm deswegen nichts von seinem dämonischen Vater gesagt hat. Im Gegensatz zu Rin ist Yukio vollkommen menschlich, weil er bei der Geburt zu schwach war, so dass Satans Flammen nur auf Rin übergegangen sind.
Im Alter von 15 Jahren beginnt Rin Dämonen zu sehen, was für Vater Fujiomoto ein sicheres Anzeichen dafür ist, dass die ruhige Zeit vorbei ist und nun allerhand Leute hinter Rin her sein werden, weil seine dämonischen Kraft von dem Dämonenschwert Kurikara nicht mehr zurückgehalten werden kann. Noch bevor Rin verschwinden kann, übernimmt Satan Besitz von Vater Fujimoto, um Rin mit ins Reich der Dämonen zu nehmen - nach Gehenna. Da Satan zu stark für jedes Lebewesen ist, will Satan Rin als Gefäß für die Menschenwelt Assiah gebrauchen, doch in der Zwischenzeit wird Fujimotos Körper schnell zerstört. In einer verzweifelten Aktion ihn zu retten, zieht Rin das Schwert Kurikara und beendet damit endgültig sein Leben als Mensch.
Nach Fujimotos Tod trifft Rin auf Mephisto Pheles, Ehrenmitglied der Heiligkreuz Ritterschaft und Direktor der Heiligkreuz-Akademie, einer Elite-Oberschule und geheime Exorzisten-Schule. Da Mephisto Rins Ziel Exorzist zu werden, um Satan zu töten, ausgesprochen amüsant findet, verschont er Rins Leben und lässt ihn auf die Akademie, dieselbe Schule auf die auch Yukio mit Stipendium gekommen ist und findet den nicht nur als Jahrgangsbesten im normalen Unterricht wieder, sondern auch direkt als Lehrer bei den Exorzisten, der Rin für den Tod Fujimotos verantwortlich macht.
Die ersten zwei Bände des Manga dienen hauptsächlich dazu die Story ins Rollen zu bekommen, was etwa nach der Hälfte des ersten Bandes abgehakt ist, und die wichtigsten Charaktere kennen zu lernen. Die wirken fast ausschließlich aus dem Manga-Lehrbuch entsprungen und lassen sich der Reihe nach durchgehen, das macht sie nicht unsympathisch, doch heben sie sich damit natürlich auch nicht aus der Masse der Shōnen-Charaktere hervor.
Allen voran haben wir mit Rin den klassischen Shōnen-Helden: eher draufgängerisch, aber ein netter Typ, der sich um andere sorgt und für ein großes Ziel kämpft. Er hat zwar nicht viel im Kopf, ist aber sympathisch, steht auf eigenen Beinen und findet schnell Freunde. Man soll sich gut mit ihm identifizieren können, mit ihm lachen und weinen, was durchaus möglich ist. Er strebt einen Exorzisten-Meister als "Knight", Kampf mit dem Schwert, an. Sein Bruder Yukio ist das stille Genie. Als Kind eher weinerlich und schwach, erlernte er früh das Exorzisten-Handwerk, um nicht immer beschützt werden zu müssen und auch mal seinem Bruder unter die Arme greifen zu können. Letzten Endes bestand er als jüngster Exorzist die Prüfung und darf nun Anti-Dämonika lehren. Er hat seinen Meister als "Doktor" und "Dragoon", Kampf mit Schusswaffen.
Aus den Reihen der wichtigen Nebencharaktere hätten wir Mephisto Pheles, den zwielichtigen Schuldirektor, der mehr als einen Plan zu verfolgen scheint und sich in einen Hund verwandeln kann. In Rins Klasse wäre noch Moriyama Shiemi, Rins und Yukios Love-Interest, etwas weltfremdes, aber liebes, schüchternes und eher ruhiges Mädchen mit großem Herz, die Pflanzen liebt und eine Begabung zur "Tamerin", Fähigkeit Dämonen zu rufen und zu befehligen, hat. Kamiki Izumo strebt ebenfalls "Tamerin" an, ist die Zicke der Truppe, sehr stolz und entstammt einer Familie aus Tempeldienerinnen. Sie ist mit ihrer besten Freundin Paku an die Schule gekommen.
Die letzten der Klasse wären der Draufgänger und Rebell Suguro Ryuuji, genannt Bon, mit sagenhaft guten Noten und klarem, hoch gesetztem Ziel und seine Freunde Shima Renzou, der Lustmolch, und Miwa Konekomaru, der stille Brillenträger, die allesamt "Aria", Angriff durch das Rezitieren von Texten aus der Bibel oder den Sutras, werden wollen, zudem Bon noch "Dragoon" dazu machen will.
Wie man sieht, kommen dem etwas geübten Leser diese Charaktertypen in der Tat ziemlich bekannt vor und sie sind, wie bereits erwähnt, auch nicht schlecht oder langweilig, nur heben sie sich eben nicht ab und werden in ihren Aktionen schnell berechenbar, wenn man schon ein paar mehr Shōnen-Manga mit besagten Charaktertypen gelesen hat. Der Manga fährt mit diesen Charakteren zwar in sicheren Gewässern, doch die Kehrseite der Medaille ist, dass die Charaktere, wie gerade erwähnt, in der Masse verschwinden und vorhersehbar werden.
Beim Zeichenstil kann man nicht viel meckern. "Blue Exorcist" weist einen guten Shōnen-Stil ohne viel Schnickschnack auf, der sich durch die charakteristische Kopfform, gerade bei den Jungs, doch recht gut wiedererkennen lässt. Des Weiteren besticht er durch hervorragendes Artwork, so dass man sich wünscht Kazé hätten die ursprünglich bunten ersten Seiten in Band 1 doch bitte bunt gelassen, aber immerhin ist die erste Seite farbig. Am Ende eines jeden Bandes, gibt es zudem noch ein paar Bonusseiten, bestehend aus entweder 4-Koma-Comics, Charakterprofilen, Skizzen oder der "Encyclopaedia Daemonica", die zum reinschauen einladen.
FAZIT:
Abschließend lässt sich zusammen tragen, dass "Blue Exorcist" ein Shōnen aus dem Standardrepertoire ist, der zwar das Rad nicht neu erfindet und mit Charakteren aus dem Lehrbuch arbeitet, aber auch keine großen Risiken eingeht und daher durchaus ganz gute Unterhaltung bietet. Die Action ist gut, ebenso wie die Zeichnungen und kleine Extras wie Bonusseiten und eine Farbseite pro Band, erfreuen die Sammlerseele. Mit "Blue Exorcist" kann man eigentlich nicht sonderlich viel falsch machen, wenn man nicht gerade eine Allergie gegen typische Shōnen-Manga hat.
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"AO NO EXORCIST"
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