"Garden of Sinners: Film 1 - Thanatos."
Den Tod von allem was lebt und existiert sehen zu können: das ist die Macht, die den Augen von Shiki Ryougi innewohnt, einem Mädchen, das an der Schwelle zur Leere steht...
"In einem leer stehenden Gebäude findet eine Reihe geheimnisvoller und unerklärlicher Selbstmorde statt. Alle betreffen gewöhnliche 08/15-Mädchen. Während die Polizei vergeblich versucht, das Rätsel zu lösen, ist die Bevölkerung davon überzeugt, dass ein Gespenst hinter den tragischen Vorfällen steckt. Aozaki betraut Shiki mit der Untersuchung dieser verwirrenden Ereignisse.
Das Kult-Werk von TYPE-MOON ("Fate/stay night") und ufotable ("Tales of Symphonia")."



Mit "Thanatos.", auch bekannt unter dem Titel "Fukan Fukei" oder "Blick von Oben", bringt uns Kazé den ersten Teil der sieben Filme umspannenden "Kara no Kyoukai - The Garden of Sinners"-Reihe nach Deutschland. Hierbei handelt es sich um die von Studio ufotable zwischen 2007 und 2009 produzierte Anime-Adaption von TYPE-MOON Autor Kinoko Nasus erster literarischer Veröffentlichung aus dem Jahre 1998.
September 1998: In einer Stadt irgendwo in Japan stürzen sich fast täglich junge Schülerinnen von einem baufälligen Gebäude in den Tod. Keines der Mädchen plagte irgendwelche Sorgen oder hegte Selbstmordgedanken. Es scheint fast so, als würde irgendetwas die Mädchen förmlich auf dieses Dach ziehen und sie sich wie in Trance vom Dach stürzen lassen. Etwas Übernatürliches scheint am Werk zu sein, es wird von geisterhaften Erscheinungen, die über dem Dach des Gebäudes schweben sollen, berichtet. Die junge Shiki Ryougi geht der Sache nach. Nicht nur, um dem sinnlosen Sterben ein Ende zu setzen, sondern auch um ihren Freund Mikiya Kokutou zurückzuholen, der seit Beginn der mysteriösen Vorfälle vollkommen weggetreten ist. Was immer es ist, das für all das verantwortlich ist, Shiki wird es töten, denn sie besitzt eine Fähigkeit, die sonst niemand hat: sie kann die Linien des Todes sehen. Lebewesen, leblose Objekte und sogar übernatürliche Phänomene, sie alle sind keine Gegner für Shikis Augen.



Kaum startet man den Film und hat das kurze Claymation-Segment ganz am Anfang überwunden, haut einen der Film auch gleich fast gänzlich aus den Socken: die Animationen sehen großartig aus, geradezu atemberaubend. Die Charaktermodelle, die Hintergründe, die Bewegungsabläufe. Alles ist äußerst detailiert und flüssig in Szene gesetzt. Doch der Film setzt direkt noch zwei weitere Brocken oben drauf in Sachen Stimmung und Musik. Die von TYPE-MOON bekannte Atmosphäre ist von Anfang an da. Es hängt etwas in der Luft, etwas wird passieren. Wer zuvor schon einmal etwas von Nasu gelesen oder eine der anderen animierten TYPE-MOON Werke ("Tsukihime", "Fate/stay night" und "CANAAN") gesehen hat, wird wissen, wovon ich rede. Der opulente Soundtrack von Yuki Kajiura (u.a. ".hack//SIGN", "Noir", "My-HiME") tut sein übriges. Die gesamte Aufmachung des Films ist bereits von den ersten Momenten an absolut umwerfend.
Wer von "Kara no Kyoukai", bzw. der TYPE-MOON-Materie allgemein keine große Ahnung hat, wird sich in diesem Film allerdings ein wenig überrumpelt vorkommen. Das liegt zum einen an den Dialogen der Charaktere, in denen es um übernatürliche Phänomene, Konzepte der Realität und andere eher komplexe Dinge geht, die ab und zu schon mal etwas überfordern können. Zum anderen ist da die Tatsache, dass dieser Film nicht den Anfang der eigentlichen Geschichte darstellt. Genau wie die Kapitel im Roman von Nasu sind auch die Filme nicht in chronologischer Reihenfolge sortiert. Dieser Film stellt in der Tat den 4. der insgesamt 7 Filme da, also genau den Mittelpunkt. Dies dient in erster Linie dazu, das Setting und die Charaktere einzuführen. Wem beim schauen des Films diverse Fragen in den Sinn kommen wie etwa, woher Shiki ihre besonderen Augen her hat, woher sich Shiki und Mikiya kennen, wer Touko überhaupt ist oder was diese "Sache mit Fujino Asagami" ist, von dem im Film geredet wird, der muss sich gedulden, bis die entsprechenden Filme erschienen sind. Diese Filmreihe ist bei weitem nichts, was man sich mal so eben nebenbei ansehen kann. Es ist eine anspruchsvolle Filmreihe, die den Zuschauer dazu auffordert, vielleicht sogar dazu zwingt, aufmerksam zu sein und der Handlung zu folgen. Nur so können für alle Zuschauer am Ende die Fäden zusammenlaufen.



Die deutsche Synchronisation des Filmes wurde von der Berliner VSI Synchron, die jüngst für Kazé beide Staffeln von "Code Geass - Lelouch of the Rebellion" vertonte, produziert und ist verhältnismäßig hochkarätig besetzt. Zu allererst wäre da die im Original von Maaya Sakamoto gespielte Shiki, der in der deutschen Version Petra Barthel ihre Stimme verleiht. Die meisten dürften sie sicherlich sofort als die Standardstimme von Uma Thurman und Nicole Kidman erkennen. Sie steht Shikis japanischer Stimme, die sehr kalt und abweisend klingt, in vielerlei Hinsicht kaum nach, auch wenn sie vielleicht einen Tick zu alt klingt, dennoch klingt sie recht überzeugend. Die Rolle von Shikis Freund Mikiya, im Original von Kenichi Suzumura gesprochen, übernimmt in der deutschen Fassung Tobias Nath (u.a. Rock in "Black Lagoon", Yuichi Kannami in "The Sky Crawlers"). Sein Charakter hat in diesem Film einen eher kurzen Auftritt, doch er kann dennoch mit seiner sanften Art hier punkten. Zu guter Letzt wäre da noch Touko, die im Original von Takako Honda gesprochen wird und hier von niemand geringerem als Christin Marquitan vertont wurde, die nicht nur Major Mokoto Kusanagi in den "Ghost in the Shell"-Filmen und Serien, sondern auch Major Samantha Carter aus der Sci-Fi-Serie "Stargate" ihre Stimme verlieh. Sie ist mit Abstand die beste Sprecherin der gesamten Besetzung, denn ihr ist diese Rolle stimmlich nahezu auf den Leib geschneidert.
Von der technischen Seite der DVD gibt es eigentlich so gut wie garnichts zu beanstanden. Auf dem Silberling sind sowohl die japanische als auch die deutsche Tonspur in 2.0 Stereo und 5.1 Dolby Digital vorhanden. An der Bildqualität gibt es ansich nichts zu meckern, auch wenn ich mich gar nicht traue mir vorzustellen, wie dieser Film auf Blu-ray aussehen würde. Wie bei den meisten anderen Kazé-Veröffentlichungen können die Untertitel auch bei "Garden of Sinners" nicht jederzeit ausgeschaltet werden. Es geht nur die deutsche Tonspur oder Original mit Untertiteln. Wer den Film gerne in Japanisch ohne Untertitel sehen möchte, guckt hier leider in die Röhre. Die Untertitel selbst sind in auffallendem Gelb mit schwarzen Rändern gehalten und sind eigentlich gut zu lesen. Wie immer bei Kazé eher trüb sieht es bei der Menügestaltung aus. Es gibt keinerlei Intro für das Menü, man landet direkt dort, die einzigen Auswahlmöglichkeiten sind die Tonauswahl vor dem Start und ein separates Fenster mit den einzelnen Kapiteln. Ein wenig Animation ist allerdings doch vorhanden in Form eines Regenfilters, der über das Bild gelegt wurde. Allerdings gibt es keinerlei Ton, der das unterstreichen könnte, nicht einmal die eigentlich logischen Regengeräusche.



Extras selber befinden sich keine auf der Film-DVD, wenn man von dem eingangs erwähnten Claymation-Intro absieht. Dabei handelt es sich um eine kurze Sequenz, die mit Knetfiguren im Stop-Motion-Verfahren animiert wurde und als kurze Erinnerung an das Verhalten im Kinosaal dienen soll, in diesem Falle, dass man doch bitte während der Vorführung sein Handy ausschalten solle (Die Filmreihe lief in Japan zuerst im Kino). Dem Digipack liegt aber noch eine weitere CD bei, die den kompletten, insgesamt 18 Tracks umfassenden Soundtrack des Films beinhaltet. Die Abspieldauer beträgt rund 30 Minuten.
Bei der Hülle des Films handelt es sich um ein Digipack mit Schuber. Um das Cover nicht mit einem FSK-Siegel zu verunstalten, hat Kazé in die Trickkiste gegriffen. Vor der eigentlichen Hülle des Digipacks ist eine kleine quadratische Papphülle aufgeklebt, bedruckt mit dem verdeckten Abschnitt des Covermotivs. In dieser Hülle befindet sich die DVD des Hauptfilmes, während die Soundtrack-CD im Digipack selbst zu finden ist. Die Vorderhülle lässt sich leicht ablösen, die DVD herausnehmen und ins Digipack packen. Die Papphülle kann danach weggeschmissen werden und man hat das Cover ohne irgendeinen FSK-Aufdruck. Auf der Rückseite des Schubers befindet sich ein zweites Coverbild, welches einer Illustration des Originalromans nachempfunden ist. Diese ist allerdings von einem kleinen Flyer verdeckt, der darüber aufgeklebt wurde und die Rahmenhandlung des Films sowie die technischen Spezifikationen aufzeigt. Auch hier lässt sich der Zusatz leicht und ohne Beschädigungen des Schubers ablösen.



FAZIT:
Der Auftakt der "Garden of Sinners"-Filmreihe beginnt furios, auch wenn er für Einsteiger in die TYPE-MOON-Materie etwas irritierend sein könnte. Der Film bietet in seinen gerademal knapp 48 Minuten einen guten Mix aus grandioser Produktionskapazität gepaart mit komplexem Setting. Das Preisleistungsverhältnis ist in Ordnung sofern es sich bei den anderen Filmen nicht ändert (spätere Filme sind über 2 Stunden und somit doppelt so lang wie dieser hier) und der Soundtrack ist mehr als nur eine nette Beigabe. Die Synchronisation gehört zudem mit zu den besten Produktionen der diesjährigen deutschen Anime-Veröffentlichungen.
© Review von OtakuTimes.de
Die Urheberrechte aller hier veröffentlichten Texte, Grafiken und Tondokumenten liegen, soweit nicht anders angegeben, bei OtakuTimes.de. Davon ausgenommen sind alle Originalmaterialien, wie Screenshots, Covertexte usw. deren Urheberrecht natürlich bei den offiziellen Lizenzinhabern der Serie/des Films/des Manga/des Videospiels/der CD liegt.
"Garden of Sinners: Film 1 - Thanatos."
Based on the novel "KARA-NO-KYOKAI" by Kinoko Nasu originally published by KODANSHA LTD.
© Kinoko Nasu / KODANSHA, Aniplex, Notes, ufotable
© 2010 Anime Virtual S.A.

